#waldbaden

… die natürlichste Therapie.

Vor gut vier Jahren ist mir das erste mal das nette Wortspiel „waldbaden“ untergekommen. Damals noch sehr unwissend, fand ich diese Wortkreation einfach nur recht amüsant und witzig. Heute aber, weiß ich, durch einige persönliche Recherchen, schon ein bisschen mehr über das neu etablierte Modewort „waldbaden“.

Also…was ist damit eigentlich wirklich gemeint und woher kommt’s?

#eintauchen

Shinrin Yoku stammt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt soviel wie „Eintauchen in die Waldatmosphäre“.
Gemeint ist das Bewusste Verweilen im Wald. Die Natur bewusst wahrnehmen. Einzutauchen und den eigenen fünf Sinnen nachzuspüren, aber sich auch der eigenen Psyche zu öffnen.

Als Marketingidee des japanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Forste und Fischerei, die Bevölkerung der Natur wieder näher zu bringen und diese in ihrer Freizeit für mehr Aufenthalt in der Natur zu begeistern, hat sich Shinrin Yoku zu einem erstzunehmenden Forschungsfeld und Teil der japanischen Gesundheitsvorsorge entwickelt.

In Japan ist die sogenannte „Waldmedizin“ eine eigene wissenschaftliche Disziplin, die an Universitäten und Hochschulen gelehrt wird. Das Bewusste Verweilen im Wald hat sich dort seit vielen Jahren etabliert.
Es gibt eigene Kurzentren in den Wäldern mit entsprechender medizinischen und therapeutischen Angeboten vor Ort, sowie eigenen Therapiewäldern.

Hierzulande ist das „Waldbaden“ nicht mit der Waldtherapie gleichzusetzen. Letzteres wird bei uns von Ärzten angeboten und legt ihren Fokus auf Menschen mit Lungenkrankheiten, orthopädischen oder psychischen Beschwerden. Fernost verschwimmen die Grenzen jedoch.

#wissenschaftliches

Vielleicht hast du es schon einmal selbst gespürt und bewusst wahrgenommen: die stimmungsaufhellende Wirkung der Natur. Es ist der Ort, an dem man psychologisch am meisten Glück verspüren und am effektivsten loslassen kann.

An was aber liegt das?
Bäume nehmen über das Grundwasser das Edelgas Radon auf und geben es über die Blattflächen der Bäume und Pflanzen wieder ab. Das Resultat ist eine permanent höhere Konzentration an negativen Luftionen. Bei einem Waldspaziergang atmen wir diese ein und durch einen physikalischen Prozess im Körper wirkt es stimmungsaufhellend und kann sogar Depressionen entgegenwirken.

Je höher die Biodiversität, desto besser die Wirkung auf unseren Körper. Pilze und Urbakterien im Waldboden, auf Flechten und Moosen bilden Mikrobiom. Diese Kleinstorganismen nehmen wir gern mit den ätherischen Ölen der Bäume über die Atemwege und die Haut auf. Dies aktiviert und stärkt das Immunsystem.

#fühlen

Wir sind den ganzen Tag im „To Do List“ Modus.Wir jagen von einem Termin zum anderen, lassen uns den ganzen Tag von verschiedensten Medien beschallen und nehmen das Hier und Jetzt gar nicht mehr bewusst wahr.

Der Wald kann Fitnesstudio sein, aber auch ein Ort zum Erholen. Lassen wir einmal unsere Laufschuhe und Fitnesstracker zu Hause und machen einfach einmal einen bewussten Sparziergang durch den Wald, durch die wunderschöne Natur.
Der Moment, an dem die Sonne in feinen Strahlen durch das Blätterdach bricht – Entspannung. Die satten kräftigen Farben, der Waldgeruch – Erholung …

Die Stille und Beständigkeit der Bäume – Bewusstsein . . .

#keepcalm

Wir Menschen befinden uns in einem permanenten Stresszustand. Leistungsdruck, negative Gedanken und Emotionen,Wut oder Streit, … Resultierend daraus sind, stressbedingte Erkrankungen wie Burn Out, Herz-Kreislaufbeschwerden, etc….
Mehrere Studien haben mittlerweile belegt, dass die im Speichel messbare Konzentration des Stresshormons Cortisol, bereits nach einem 15 minütigen Sparziergang durch den Wald, abnimmt. Auch Blutdruck und Pulsfrequenz sinken.

Durch rutschiges Wurzelwerk und Unebenheiten und verschiedenen Untergründen muss man jeden Schritt bewusst setzen. Dies stärkt die Konzentraion, unser Herz-Kreislauf- System und schult unsere Balance.

2007 bewiesen Wissenschaftler aus Japan, dass die präfontale Hirnaktivität während des „Waldbadens“, sitzend oder stehend, sich beruhigt. Somit bekam das subjektive Gefühl, dass Körper und Geist in der Natur besonders gut entspannen, einen objektiven Status.
Quinn Li, ein japanischer Pionier der Waldmedizin, entdeckte 2004, dass der Aufenthalt im Wald die Bildung von Killerzellen im Immunsystem unterstützt. Diese können nicht nur Viren und Bakterien bekämpfen, sondern erkennen und zerstören auch Krebszellen.

Also. Nichts wie auf, raus in den Wald und einfach mal Natur natürlich genießen : )